Siebdruckkurs bei Orike Muth in Hannover

Werbung ohne Auftrag. Irgendwann im Sommer 2022 scrollte ich an einem faulen Sonntagnachmittag durch meinen Instagramfeed. An einem Bild blieb ich mit offenem Mund hängen. Soo tolle Farben und Muster! Da musste ich definitv mehr wissen und schaute auf Andrea’s Blog nach, was sie zu dem Workshop geschrieben hatte… das hat mir so viel Lust gemacht, mich selbst mal an Siebdruck zu versuchen, dass ich prompt natürlich auch auf der Seite von Orike Muth gestöbert habe.

Erfreulicherweise waren für einen Workshop während meines Urlaubs im Oktober noch Plätze frei und so habe ich kurz entschlossen sowohl einen Platz für diesen als auch ein Bahnticket gebucht. Bei Orikes Nachbarin konnte ich dann auch noch übernachten, so dass einem tollen und überaus kreativen Kurztrip nach Hannover nichts mehr im Wege stand.

Neben den Farben und den unzähligen Sieben mit den verschiedensten Motiven ist im Workshoppreis auch ein Stück Stoff für Probedrucke enthalten. Das ist auch wirklich nötig; Siebdruck sieht ja wirklich einfach aus, aber dazu braucht es echt Erfahrung! Aus dem Probestoff habe ich unter anderem dieses kleine Täschchen mit dem Koi genäht.

Das Atelier ist in einem Backsteinhintergebäude einer kleinen Anliegerstraße gelegen, davor eine Terrasse und ein wunderschön bewachsener Innenhof. Da das Wetter an diesem Herbsttag wirklich toll war, konnten wir Teilnehmerinnen nicht nur unsere Stoffe – dazu später mehr – dort trocknen lassen, nein: auch den leckeren Mittagsimbiss haben wir dort eingenommen.

Meine Anreise mit der Bahn war echt entspannt: ich bin frühmorgens um 1:17 Uhr in Ulm in den Zug gestiegen, hatte dann einige Zeit Aufenthalt in Frankfurt Hauptbahnhof und nach meiner Ankunft gegen kurz nach 8:00 Uhr nahm ich wie angegeben die Tram 9 Richtung Empelde. Bis zum Workshopbeginn hatte ich noch einige Zeit zu überbrücken; diese habe ich im Von-Alten-Garten verbracht. Ein wunderschöner alter Park, genau das Richtige nach der langen Fahrt.

Im Vorraum des Ateliers ist ein kleiner Ladenbereich, wo sich die vielen tollen Produkte Orikes bewundern lassen. Hier habe ich mir für meine Werkstücke einiges an Inspiration geholt sowohl, was Motive als auch Farbkombinationen angeht.

Eine kleine Auswahl der wirklich vielfältigen Siebe könnt Ihr hier sehen: Größen, Motive, Stile sind so unterschiedlich! Bei den Motiven, die ich mir ausgesucht habe, überwiegen Graphisches, Natur und Asien. Andere Teilnehmerinnen haben sich eher auf Weihnachtliches konzentriert und Geschenke, Adventskalender, Karten etc. gestaltet.

Orike hat uns geduldig gezeigt, wie wir die besten Ergebnisse gestalten können. Farbmenge, Haltung des Rakels, Trockenzeiten – all das beeinflusst natürlich, wie die Motive zum Schluss aussehen. Ich hatte neben einer fertigen Kissenhülle und einem fertigen Tischläufer nur ein Stück Kona Cotton in der Farbe Snow dabei. Alle Stoffe müssen vorgewaschen sein, ansonsten verhindert die Imprägnatur die Farbaufnahme und die ganze Arbeit war umsonst.

Die bereits erfahreneren Teilnehmerinnen hatten Kleidungsstücke, Geschirrtücher, Vorhänge etc. dabei. Mit Siebdruck lassen sich beispielsweise Flecken nämlich hervorragend überdecken. All die Stoffe sollten relativ hell sein; je dunkler der Stoff, desto mehr Farbe wird benötigt. Zum einen kann es dadurch sein, dass Farbe unter das Motiv läuft, zum anderen wird das Material ggf. etwas steifer aufgrund der Farbmenge.

Zwischendurch kamen die verschiedenen Stoffstücke also immer mal wieder zum Trocknen auf die Leine, entweder draußen auf der Terrasse oder direkt im Atelier.

Auf dem Holzdeck haben wir einen wirklich leckeren veganen Mittagssnack, gekocht von Orike, genossen. Wirklich außergewöhnlich, Mitte Oktober noch ohne Jacke draußen essen zu können.

Meine Motive oben habe ich teilweise zu wenig trocknen lassen [gut sichtbar bei den orangefarbenen Strahlenblüten und den pinken Zweigen des Tischläufers rechts unten]. Besser wäre es gewesen, wenn die untere Farbe schon durchgetrocknet wäre, dann wäre das Pink deckender gewesen.

Orike hat eine wunderschöne Bildsprache. Das gerahmte Bild mit dem asiatischen Frauenporträt entstand auf einem Reststück Stoff. Ich mag dieses subtile so sehr!

Im Ladenbereich konnte ich nicht widerstehen und habe zwei Täschchen mit asiatischen Motiven erstanden. Eines nutze ich als mini Kulturbeutel für Kurztrips, das andere für den ganzen Schnickschnack, den ich so mit mir rumschleppe, wenn ich unterwegs bin: Ladekabel, Powerbank, Stecker und so etwas….

Eine weitere Workshopteilnehmerin übernachtete bei Orikes Schwester; wir haben nach dem Workshop den Abend zu fünft verbracht und Manja erzählte detailreich von ihrem Wanderurlaub in Georgien, den sie im Sommer mit ihrem Mann unternahm. So spannend! Georgien wäre jetzt nie auf meiner Bucketlist gestanden, aber das hat wirklich mein Interesse geweckt.

Ich habe am Tag der Rückreise dann noch die Gelegenheit genutzt, den japanischen Teegarten im Stadtpark Hannover zu besuchen. Die Ruhe in diesen kleinen, meist etwas abgeschotteten Gartenbereichen mag ich so sehr! Das war genau das Richtige für einen Montagvormittag in der Großstadt. Irgendeine großzügige Person hat in eine Kiefer des Teegartens einige Origami-Kraniche gehängt. Dies war die Inspiration für mich, mich auch mit Origami zu befassen und seither habe ich mehrere Dutzend Kraniche gefaltet.

Beim Schreiben dieses Beitrags habe ich auch wieder auf Orikes Homepage gestöbert und ich hoffe, dass meine Anfrage angenommen werden wird und ich Ende September mich erneut kreativ austoben kann. Da nicht nur Stoff bedruckt werden kann, sondern auch beispielsweise Papier, habe ich schon Ideen, was dabei entstehen könnte….

#optink – Get inked, give life [Deep Shit]

Werbung von Herzen für junge-helden.org ohne Auftrag. Vor kurzem habe ich mir – gemeinsam mit meiner besten Freundin – ein neues Tattoo stechen lassen. Alle meiner Tattoos [und das sind mittlerweile ganz schön viele…] haben eine Bedeutung, aber keines so eine tiefe und lebensverändernde wie dieses hier.

Bild: blackunicorntattoo

In Deutschland warten rund 10.000 Menschen auf eine Organtransplantation. Auch in diesem Jahr werden circa 1.000 Menschen ihr lebensrettendes Organ nicht rechtzeitig bekommen.

Während eine große Mehrheit angibt, ihre Organe spenden zu wollen, werden nur 0,001% wirklich Organspender*innen. Unter anderem, weil Deutschland an der umstrittenen Zustimmungslösung festhält.

Dabei würde schon allein das Tragen einer Einwilligung ausreichen, um Organspender*in zu werden. Ganz egal, in welcher Form.

Jede*r Viert*e ist in Deutschland tätowiert

junge-helden.org

Sich mit der eigenen Sterblichkeit zu beschäftigen ist gewiss nicht einfach. Ich jedenfalls tue es gewiss nicht gerne, auch wenn ich in den letzten Jahren einige Male mehr oder weniger nah an der Grenze zwischen Sterben und Weiterleben war. Da komme dann sogar ich mal zwischendurch ins Grübeln, was nach meinem Tod mit mir geschehen soll.

Meine beste Freundin J. hatte vor kurzem wie ich eine schlaflose Nacht. Kommt bei uns beiden öfter mal vor…. jedenfalls stieß sie beim nächtlichen Zappen auf eine Reportage, die sie veranlasste, mir gegen 1 Uhr eine Nachricht zu senden, ob ich mir, gemeinsam mit ihr, dieses Motiv stechen lassen wolle:

Zwei Halbkreise ergänzen sich zu einem Ganzen. Ein Symbol für das Geschenk des Lebens – die Organspende.

Das Symbol kann als OD [Organ Donor] oder ganz großzügig ausgelegt als OS [Organspende] gelesen werden. Schlicht, zeitlos – und dennoch regt es zu Gesprächen an.

Ich habe mich sofort pro Tattoo J. gegenüber geäußert. Sie hat sich dann schlau gemacht, welches Tattoostudio in der Nähe bei der Aktion dabei ist. Denn: das Tattoo selbst ist kostenlos, kann jedoch ergänzt werden [dieses kostet dann je nach Motiv, Aufwand und Studio unterschiedlich]. Linda vom Tattoostudio Blackunicorntattoo in Lauingen an der Donau hat uns tatsächlich direkt für den folgenden Tag einen Termin anbieten können und so haben wir uns am Samstagnachmittag aufgemacht, uns dieses wirklich symbolträchtige Motiv stechen lassen.

Warum werden nur so wenige echte Organspender?

In Deutschland gilt bis auf Weiteres die sogenannte Entscheidungslösung. Versuche der Politik dies in einer in anderen Ländern gängige sogenannte Widerspruchslösung zu reformieren, ist erst kürzlich im Bundestag gescheitert. (Bericht Tagesschau (ARD), Stand 16.01,2023)

Zustimmungsregelung (Opt-in): Der Bürger muss einer Organspende vor seinem Ableben dokumentiert einwilligen.

Widerspruchsregelung (Opt-out): Man geht davon aus, dass alle Bürger zur Organspende bereit sind, es sei denn, sie widersprechen dem ausdrücklich. 

Eine Organentnahme darf nur erfolgen, wenn die verstorbene Person dem zu Lebzeiten zugestimmt oder stellvertretend den nächsten Angehörigen eine Zustimmung erteilt hat.

Viele Hinterbliebene scheinen sich bei der Einstellung ihrer Angehörigen zur Organspende nicht auszukennen und mutmaßen lieber die Nicht-Spende. Das bestätigt unter anderem auch der medizinische Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) in einem Interview mit der Tagesschau.

doc-tattooentfernung.com

Angelehnt an die Zustimmungsregelung [Opt-in] entstand der Hashtag #optink . Durch das Tattoo an meinem rechten Handgelenk zeige ich also, dass ich im Todesfall bereit bin, meine Organe zu spenden. Ich habe mich entschieden, zusammen mit dem Symbol auch einige Tintenkleckse tätowieren zu lassen – sie stehen für meine Leidenschaft für Kreativität. Sollte sich meine Zustimmung zur Organspende jemals ändern [wovon ich persönlich nicht ausgehe], dann kann ich das Tattoo lasern oder überstechen lassen….

Auf der Homepage der junge-Helden.org findest Du eine Karte, auf der alle teilnehmenden Tattoostudios vermerkt sind. Linda von blackunicorntattoo kann ich wirklich nur empfehlen! Ich war aufgrund des #optink Tattoos erstmals bei ihr, denke jedoch, dass noch einige Motive dazu kommen können….

Organspende geht unter die Haut – bist Du dabei!

Babyquilt [Nadel & Faden]

Werbung ohne Auftrag. Seit letztem Herbst habe ich richtig viel genäht. Baby S. wurde ein Jahr alt und meine Schwester fragte mich, ob ich zum Geburtstag eine Geburtstagskrone nähen würde. Mache ich natürlich sehr gerne als Tante mit vielen kreativen Interessen.

Am Tag der Geburtstagsfeier kam dann meine jüngste, zum damaligen Zeitpunkt hochschwangere Schwester mit der Bitte auf mich zu, für deren Ungeborenes eine Patchworkdecke zu nähen. Aus vorhandenen Stoffvorräten haben wir dann ein Farbschema zusammen gestellt und das Design festgelegt. Den Mittelteil der Decke habe ich aus 49 Quadraten mit 17 cm Kantenlänge gefertigt. Die Gänseblümchen und Vögel konnte ich je siebenmal aus den vorhandenen Stoffen zuschneiden, dazu je Reihe noch zwei gelbe und drei graue Quadrate. Wir haben alle Quadrate auf dem Küchenboden ausgelegt, bis wir mit dem Layout zufrieden waren. Im Prinzip war das wie ein übergroßes Sudoku aus Stoff – kein Design sollte sich in den verschiedenen Reihen wiederholen.

Da mir persönlich die Decke nur mit den Quadraten zu klein war, habe ich bei Stoff & Textilkunst in München jeweils 50 cm Kona Cotton in Dove [Hellgrau] und Papaya [Binding in Gelb] sowie das sogenannte Batting, also das Vlies, welches die Zwischenlage bildet, geshoppt. Der gelbe Stoff mit den weißen Polkadots für die Rückseite war ebenso im Stash vorhanden und ausreichend groß.

Trotzdem Gelb so gar nicht meine Farbe ist, bin ich mit dem Ergebnis total zufrieden. Ich habe das Basting, also das Zusammenfügen der drei Lagen, tatsächlich noch mit Stecknadeln vorgenommen. Nachdem ich aktuell sehr gerne nähe und zwischenzeitlich drei weitere Quilts gefertigt habe, ist dies nicht mehr nötig – Sicherheitsnadeln und weiteres Zubehör ergänzen schon seit einigen Monaten meine Nähsachen. Gequiltet habe ich im Nahtschatten um das mittlere Quadrat und dann immer weiter nach außen. Auf dem oberen Bild ist das auf der Rückseite gut erkennbar.

Die Bilder sind [bis auf die mit Baby M., die entstanden diese Woche] bereits im November entstanden, ich musste jetzt ziemlich nachjustieren, um einen halbwegs realistischen Eindruck der Farben zu zeigen. Besonders stolz bin ich ja darauf, dass ich die Reihen wirklich alles so hinbekam, wie wir sie ausgelegt hatten. Meiner Schwester war es nämlich wichtig, dass die kleinen Vögelchen alle in die gleiche Richtung sehen und das habe ich wirklich geschafft. Bei Auftragsarbeiten wie dieser hier – auch wenn es ein Geschenk ist – bin ich immer wirklich pingelig.

The Dip [Foodie-Friday]

Werbung ohne Auftrag. Im Dezember hatte ich meine engsten Freundinnen zu einem gemütlichen Mädelsabend eingeladen. Passend zum Anlass am Abend vor Heiligabend hatte ich mir ein tolles Essen überlegt. Die Vorspeise ist mittlerweile in mein Standardrepertoire übergegangen und ich habe diese auf Wunsch diverser Personen bereits mehrfach gemacht. Wirklich lang muss hier gar nicht gekocht werden, lediglich ein wenig Planung und Vorbereitungszeit ist nötig.

Der Dip besteht aus selbstgemachtem Labneh [es ginge aber auch Frischkäse oder Saure Sahne] und einem Topping aus Frühlingszwiebeln, Koriander und Pul Biber. Wen also kurzfristig irgendwas leckeres auf den Tisch soll, gibt es Alternativen zum selbstgemachten nahöstlichen Frischkäse.

  • 500 g griechischer Joghurt [10 % Fett]
  • 1 Bund Frühlingszwiebeln
  • 1 Bund Koriander
  • 1 – 2 EL Pul Biber
  • etwa 80 ml Olivenöl
  • Salz
  • 1 Bio-Zitrone

Am Tag vor der Einladung [oder bevor Du den Dip selbst essen möchtest]den Joghurt in einen Nussmilchbeutel oder ein mit einem Tuch ausgelegten Sieb geben. Über Nacht im Kühlschrank abtropfen lassen. Wenn ich den Nussmilchbeutel verwende, nehme ich dafür tatsächlich gerne den Aufsatz meines Standmixers als Gefäß. Im Idealfall öfter mal die Abtropfflüssigkeit wegschütten.

Frühlingszwiebeln und Koriander putzen und abtrocknen. Die Zwiebeln in feine Ringe schneiden, Koriander hacken. In einer kleinen Pfanne das Öl sanft erhitzen, Zwiebelringe, Koriander und Pul Biber hineingeben und mehrere Minuten unter ´mehrfachem Rühren erhitzen. Wenn sich das Öl rötlich verfärbt hat und das Gemüse etwas zusammengefallen ist, vom Herd nehmen und Abkühlen lassen. In einem verschließbaren Behälter über Nacht im Kühlschrank aufbewahren.

Ungefähr 1 Stunde vor dem Servieren den abgetropften Joghurt aus dem Kühlschrank nehmen und in eine Schüssel füllen. Die Zitrone heiß abwaschen und mit einem Zestenreißer die Zitronenschale abreiben. Die Zesten fein hacken; die Zitrone auspressen. Salz und etwa die Hälfte der Zitronenzesten sowie die Hälfte des Saftes zum Joghurt geben und verrühren. Abschmecken und gegebenenfalls nochmal nachwürzen.

Den Labneh auf eine Servierplatte streichen und das Topping darüber geben.

Ich habe dazu verschiedene Kräcker serviert, aber auch knackiges Gemüse wie Karottensticks, Paprikastreifen oder Gemüsegurken passen hervorragend dazu.

Essen Personen mit, die keine Schärfe mögen oder vertragen, kann statt des würzigen Toppings auch Za’atar oder Dukkah zum Bestreuen verwendet werden. So hatte die kleine Nichte ihre eigene Vorspeise beim gemeinsamen Silvesteressen.

What’s up?

Viel, viel zu lange habe ich hier nichts mehr geschrieben…. in den letzten Monaten hat sich bei mir vieles getan. Einiges ist nun deutlich klarer als zuvor für mich, das meiste aber entwickelt sich gerade mehr oder weniger ziemlich erfolgreich vor sich hin.

Nachdem ich dank der Pandemie in den letzten Jahren mental ziemlich viel Struggle hatte, habe ich mich um Unterstützung bemüht. In den sozialen Medien habe ich mir tolle Netzwerke geschaffen, mit deren Hilfe ich Lösungswege für mich gefunden habe. Sonst wäre ich nie auf die Idee gekommen, mich auf die Warteliste der Ausbildungspraxis der Uni Ulm setzen zu lassen. Jedenfalls habe ich im September letzten Jahres dort eine Therapie begonnen. Im Rahmen der ersten Termine habe ich dann auch den Verdacht geäußert, AD[H]S zu haben. Einige Testungen und Termine bei einer darauf spezialisierten Praxis [dank Glück und der Online-Plattform Doctolib habe ich auch hier echt kurzfristig Termine erhalten] später hatte ich dann die Diagnose und mein Bauchgefühl hatte mich nicht getrogen. Ich bin so froh, jetzt endlich zu wissen, warum mein Hirn so speziell tickt….

Nach einem ausführlichen Gespräch mit der Assistenzärztin in der Praxis habe ich mich für eine medikamentöse Unterstützung entschieden und nehme nun 2x täglich ein entsprechendes Präparat. Mittlerweile nehme ich dieses seit vier Monaten, für mich war die Entscheidung absolut richtig! Nicht nur bin ich bei meinen täglichen Aufgaben deutlich fokussierter, auch Tasks wie Ordnung halten fallen mir gerade einigermaßen leicht. Da hab ich mir allerdings auch wieder in den sozialen Medien das ein oder andere abgeschaut. Stichwort: Bodydoubling. Mein Kopf braucht aber auch zusätzlichen Input. Bei TikTok habe ich viele Tricks angesehen, ausprobiert und zum Teil als für mich umsetzbar und in den Alltag integrierbar bewertet.

Die Technik, die ich mittlerweile seit über einem Monat anwende [und so lange war meine Wohnung noch nie so ordentlich!] ist eigentlich total simpel. Dafür werden nur ein Würfel, Stift und Papier benötigt. Je nachdem, wie viele Seiten der Würfel hat, werden Aufgaben notiert und nummeriert. Dann wird gewürfelt und die entsprechende Tätigkeit steht dann als nächstes zur Erledigung an. Früher hätte ich mir nur vorgenommen, z. B. das Wohnzimmer aufzuräumen. Megaaufgabe, zumindest in meinem Kopf. Jetzt splitte ich das eben in Babysteps und somit ist das deutlich besser zu bewältigen. Selbst wenn ich nur einen Teil der Aufgaben mache [die meisten dauern zwischen 5 und 15 Minuten], ist es besser als nichts. Tipp meiner Therapeutin war, nicht nur Tasks auf die Liste zu schreiben, sondern auch ein oder zwei tolle Sachen. Das kann dann sowas sein wie zu einem Lied zu tanzen, eine Kerze anzuzünden o. Ä. Ich finde es ja total befriedigend, die einzelnen Punkte abstreichen zu können. Dopamin etc. sind einfach tolle Hormone! Bei ADHS funktioniert das Gehirn einfach anders als bei neurotypischen Personen.

12 von 12 im Dezember

Werbung ohne Auftrag. Hui…. so schnell war dieses Jahr vorbei! Irgendwie hab ich es tatsächlich geschafft, an die 12 von 12 in diesem Monat zu denken…..

Manchmal erinnere ich mich erst abends daran, das Türchen des Tages zu öffnen, heute war das eine der ersten Amtshandlungen überhaupt. Es ist eben Montag, da nutze ich alles, um mich für die Aufgaben in dieser Woche zu wappnen.

Winterzeit bedeutet für mich: Kerzenlicht! Besonders gerne mag ich ja den skandinavischen [roten] Kerzenhalter, den ich vor drei Jahren bei meiner Reise nach Stockholm in einem kleinen Second Hand Laden entdeckte.

Die Emaille-Tasse habe ich vor zwei Wochen in Düsseldorf gekauft. Das war soooo schön und darüber sollte ich auch mal ein Blogposting schreiben…

Schnelles Mittagessen vor dem Rechner. Kartoffelgratin mit Erbsen-Möhren-Gemüse.

Zeitsprung in den Feierabend und zu einem kleinen Ausflug….

Abendstimmung an der Autobahn.

Der Duft des Winters für mich. Samstag habe ich mir das erste Netz Mandarinen gekauft – jetzt kommt erst so langsam die richtige Stimmung dafür bei mir auf, nachdem Freitag hier der erste Schnee fiel.

Erinnerungen….

Mein Papa hat Zubehör für seine Drechselbank gekauft, daher haben wir uns auf den Weg in Richtung Osten nach Oberbayern gemacht. Es war so schön, den vertrauten Dialekt nach so langer Zeit mal wieder zu hören.

Ab nach Hause.

Auftragsarbeit.

Ich bin mal gespannt, für welche Kombination sich meine Schwester entscheiden wird.

Dieser Beitrag wurde am 12. Dezember 2022 in Mitgemacht veröffentlicht.

December Daily Prompts 2022 [Sparkle & Shine]

Werbung ohne Auftrag. Während das December Daily 2021 noch immer nur halb fertig ist- tatsächlich fehlt mir wirklich ungefähr die Hälfte der Bilder, die möchte ich demnächst noch drucken – ist der Dezember 2022 gar nicht mehr weit. Ich habe mich also letztens hingesetzt, die Listen den vergangenen Jahre angesehen, die ich erstellt habe und mir Themen für den kommenden Monat überlegt.

So langsam nimmt auch mein Album Formen an… ich habe mir im Tue was Du liebst-Store meiner lieben Freundin Alexein wunderschönes Album von Vicky Boutin gegönnt. Zum Store möchte ich auch bald noch einen Beitrag schreiben…. Dieses habe ich mit ganz vielen verschiedenen Dingen gefüllt – Papier von Vicky Boutin, Ali Edwards, Alexandra Renke und 49 and Market, dazu noch Acetatfolien, Umschläge und und und… ich freue mich schon sehr, im Laufe des Monats die Seiten zu füllen und meine Erinnerungen festzuhalten.

Ich bin schon gespannt, welche tollen Dezembertagebücher ich in den kommenden Wochen online entdecken kann. Dokumentierst Du Deinen Dezember auch?

12 von 12 im November

Werbung ohne Auftrag. Ich hatte bis vor 30 Minuten gar nicht auf dem Schirm, dass heute der 12. ist. Glücklicherweise hab ich während des Tages richtig viele Bilder gemacht, weil ich den Tag – zumindest teilweise – mit lieben Freundinnen verbrachte.

Ich mag meine Kokeshi-Sammlung so sehr. Gestern waren in der Post neue Vintage-Kokeshi, die ich in aller Frühe noch anordnen musste.

Sehr früher Tagesstart trotz Samstag – um 6.27 ging der Zug Richtung München, daher war die Nacht um 4.45 für mich zu Ende.

Tolle Spielereien mit Embossing Powder. Das heute war der erste Workshop seit mehr als 3 Jahren, den ich besuchte und es war sooooo schön!

Matschen, stanzen, fachsimpeln…. das tat meinem Kopf richtig gut.

Freundinnenselfie.

Zurück in der Stadt ging es an einen meiner liebsten Orte überhaupt. Im Westpark finden dich die asiatischen Gärten und ich mag es sehr, mich hier zu verlieren….

Blick in den chinesischen Garten.

Die Buchhandlung in der Reichenbachstraße habe ich erst im Oktober entdeckt. Da sie im Stadtzentrum liegt, ist die nun einfach ein Muss für mich.

Ich steh ja total auf Japan, Mangas, Kawaii und Bubble Tea. In München gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, Bubble Tea zu konsumieren und heute konnte ich mal wieder neue Kombis testen.

Puh – trotz nur 30 % Zucker war die Kombi Passionsfrucht-Milchtee mit Pfirsich-Boba noch immer unglaublich süß.

Aktuell plane ich an einem neuen Quilt herum…. im Patchworkshop des Vertrauens habe ich dieses hübsche Nadelkissen gesehen, das auch noch in meinem bevorzugten Farbschema gearbeitet ist. Ich glaube, ich muss mal meine Restekiste durchforsten…

Zum Abschluss habe ich dann noch einen neuen Gewürzladen entdeckt. Soooo eine tolle Auswahl und die Beratung war perfekt!

Die anderen TeilnehmerInnen bei 12 von 12 finden sich wie immer bei Frau Kännchen.

Dieser Beitrag wurde am 12. November 2022 in Mitgemacht veröffentlicht.

Danke [Cardmaking]

Werbung ohne Auftrag. Ende des Monats wird eine langjährige und sehr geschätzte Kollegin in den wohlverdienten Ruhestand gehen. Als Teil unsers Geschenks habe ich eine Karte gestaltet. Ursprünglich sollte diese komplett anders aussehen, das gefiel mir dann jedoch gar nicht. mit der jetzt entstandenen Variante bin ich jedoch sehr zufrieden!

Lustigerweise hatte ich das Papier für die Stanzteile bereits mit WOW-Embossingpulver bearbeitet, bevor mir ein Reststück Papier in die Hände fiel, das jetzt den Hintergrund bildet. Dies entstand im Februar als Teil meines Jahresprojektes One Little Word und passt farblich einfach perfekt. Die Stanzen sind von Alexandra Renke und Tim Holtz, zu finden unter anderem bei meiner lieben Freundin Alex.

Handgestickte Wanddeko mit selbst erstelltem Motiv [DIY]

Werbung ohne Auftrag. Bereits im ersten Pandemiejahr habe ich mich mit moderner Stickerei beschäftigt. Dieses Anfangsprojekt liegt noch immer unvollendet in meinem Wohnzimmer. Ich hatte nämlich ziemlich begeistert damit begonnen, musste dann aber alles wieder auftrennen und ja, dann kam der Sommer, alles wurde etwas leichter und das Teil geriet ein Stück weit in Vergessenheit.

Im Frühjahr 2022 habe ich dann aber tatsächlich bei Etsy weitere tolle Motive entdeckt. Zack!- geordert, ausgepackt und tatsächlich ist das erste Motiv direkt an einem Wochenende fertig geworden. Mittlerweile habe ich so schon drei fertige Kits verarbeitet. Schaut mal unter dem Stichwort „Modern Embroidery„, da finden sich wirklich tolle Motive. Im Rahmen meines Jahresprojekts „One Little Word“ wollte ich nun aber auch mein Wort BREATHE verewigen. Wie ich das genau gemacht habe, zeige ich hier Step by Step. Tatsächlich braucht es da gar keine fancy Skills – mein liebstes Bildbearbeitungsprogramm 😉 für solche Projekte ist die schnöde Textverarbeitung….

Zuerst den gewünschten Stickrahmen ausmessen [in meinem Fall13 cm] und im Textverarbeitungs-programm einen passenden Kreis aufziehen. Nur die Kontur stehen lassen, die Option „ohne Füllung“ auswählen. Das gewünschte Motiv wie in meinem Fall der Schriftzug, der eigentlich ein digitaler Stempel ist, abspeichern und evtl. screenshotten. In die vorhandene Form ein Textfeld einfügen und den Schriftzug über Copy / Paste einfügen. Das Motiv in der Größe anpassen und platzieren.

Die Vorlage wird nun ausgedruckt und ausgeschnitten. Ich habe vor dem Ausschneiden den Innenteil meines Stickrahmens auf gelegt und die innere Kontur nachgefahren. Entlang dieser Hilfslinie habe ich nun das Motiv ausgeschnitten – so konnte ich da für mich einfacher nochmal prüfen, ob alles stimmig ist.

Nun wurde es ein wenig tricky – irgendwie sollte das Motiv ja auf den Stoff. Also die Vorlage mit Masking Tape ans Fenster geklebt und den Stoff darüber befestigt. Ich habe mich für weißen Leinenstoff entschieden, der sehr transparent ist. Das funktionierte echt gut. Zuerst hatte ich den Gedanken, die Konturen mit Bleistift nachzuziehen, was aber nicht wirklich effektiv war. Meine Frixionstifte waren dann die Rettung, ein Stoffmarker funktioniert aber bestimmt auch ganz wunderbar.

Beachtet bitte bei der Platzierung des Stoffs über dem Motiv, dass der Stoff auch noch in den Rahmen eingespannt werden muss. Also gerne lieber etwas großzügiger arbeiten als ich! Aber da kommen halt die schwäbischen Gene bei mir durch.

Ich habe das Motiv einfach mit dem sogenannten Satin Stitch ausgefüllt. Diesen mag ich ganz gern, weil er schön gleichmäßig ist. Als Garn habe ich einen zarten Grünton gewählt. In den meisten Kits sind komplette Stickgarnstränge enthalten, von denen jeweils nur ein Bruchteil verarbeitet wird. Da ich mein Garn gerne auf Kärtchen aufwickle, habe ich leider keine Ahnung, welche Nummer dieses Blassgrün hat. Mittlerweile habe ich mir auch einen sogenannten Needle Minder zugelegt. Im Prinzip können da auch einfach zwei flache Magnete an den Stoff geklemmt werden, so dann die Nadel zwischengelagert wird, damit man diese nicht versehentlich irgendwo verliert.

So, die Stickarbeit ist fertig. Ich wollte dieses Mal ein anderes Finish testen und habe den Stoff auf der Rückseite nicht vernäht, sondern knappkantig abgeschnitten und an der Innenseite des Rahmens verklebt.

Für solche Arbeiten mag ich am liebsten Mod Podge. Der Kleber trocknet transparent auf und lässt sich schön mit dem Pinsel auftragen. Trotz des dünnen Materials ist er auch nicht komplett durch den Stoff gedrungen.

Den Stoff habe ich dann gleichmäßig mit den Fingern fest an den Stickrahmen gedrückt. Teilweise habe ich dann nochmals etwas Kleber aufgetragen und jetzt ist der Stoff toll gespannt und mit dem Rahmen verbunden. Die noch sichtbaren Linien des Frixion-Stifts lassen sich total einfach mit dem Fön entfernen.

Das fertige Projekt habe ich momentan auf das Sideboard im Esszimmer gestellt. Dank Home Office ist das der Raum meiner Wohnung, in dem ich mich aktuell am häufigsten aufhalte. So habe ich mein Wort immer im Blick. Was mir neben der Individualität – so gibt es das kein zweites Mal – am Besten gefällt, ist der geringe Zeit- und Platzaufwand. Letztens war ich mit einer Freundin unterwegs und habe die Zeit im Zug genutzt, um an einem Projekt weiterzuarbeiten.