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Breitachklamm zwischen Oberstdorf und Kleinwalsertal [Wanderlust]

Werbung ohne Auftrag. An wirklich heißen Tagen wandern gehen zu wollen, ist schon eine Herausforderung. Ich hatte das ja am Grünten am eigenen Leib erlebt…. was also tun, denn mich zieht es unbändig nach draußen in die Natur? So eine Klamm, also eine tiefe Schlucht, in der ein Wildbach rauscht, ist da wirklich perfekt. Auf meinem Pinterest-Board Hiking/Wandern habe ich mittlerweile eine Vielzahl an Wanderzielen gesammelt und die Breitachklamm ist die tiefste Schlucht Mitteleuropas – Superlative finde ich persönlich immer ziemlich spannend…. mein Ziel steht fest!

Seit Ende Mai ist die Breitachklamm mit einem Corona-Hygiene-Konzept wieder für Besucher geöffnet. Normalerweise ist die Klamm sowohl von österreichischer als auch von deutscher Seite begehbar, momentan kann man die Klamm nur von der Talseite nahe Oberstdorf betreten und wandert dann hinauf zur Bergkasse im österreichischen Kleinwalsertal. Umkehren innerhalb der Klamm ist aktuell nicht möglich [Einbahnsystem] und auch mit Kinderwagen bzw. als Rollstuhlfahrer kann die Schucht aufgrund des Hygienekonzeptes nicht besucht werden.

Ich bin um 5:45 Uhr morgens nahe Ulm gestartet und war, da ich noch tanken musste, um 7:20 Uhr am Parkplatz Walserschanz in Österreich direkt hinter der Grenze. Von dort führt ein gut ausgeschilderter Weg hinab nach Tiefenbach an den Parkplatz der Talkasse/Haupteingang. Sowohl auf der Homepage als auch den Wegweisern wird die Strecke mit 1,5 h angegeben, in 1h 10 Minuten ist das jedoch problemlos zu bewältigen – ich habe jedoch auch bergab ein ganz gutes Tempo…. es war wunderschön, der Natur beim Aufwachen zuzusehen. Das, was da auf dem oberen Bild das Rubihorn, Gaisalphorn, Nebelhorn und Geißfuß so dunstig erscheinen lässt, ist tatsächlich Saharastaub, der mal wieder über das Mittelmeer nach Norden gepustet wurde. Fun fact: als Kind konnte ich das gar nicht glauben, wenn mein Papa erzählte, dass der Staub auf dem Auto aus der Wüste kommt. Das ist hier im südlichen Bayern aber gar nicht so selten….

Bitte lest Euch, bevor Ihr einen Ausflug zur Klamm plant, die aktuellen Vorgaben auf der Homepage der Klamm durch. Tickets können im Moment nur Online erworben werden. Zum einen können sich die Regeln aufgrund Corona immer mal wieder ändern, zum anderen wird je nach Witterung die Klamm auch mal kurzfristig gesperrt. An manchen Stellen [das könnt Ihr auf den Bildern teilweise ganz gut erkennen] sind die Felswände nämlich grade mal 2 m voneinander entfernt und die Breitach hat ein ziemlich großes Wassereinzugsgebiet. Während des großen Alpenhochwassers im August 2005 stand das Wasser teilweise mehr als 6 m höher als der Fußweg….

Gegen 8:30 Uhr am unteren Parkplatz eingetroffen, musste ich noch bis zur Öffnung der Klamm um 9:00 Uhr warten. Zeit genug, um in aller Ruhe meine mitgebrachte Brotzeit zu essen. Mit mir gemeinsam sind ungefähr 10 bis 15 weitere Personen auf die etwa 2,5 km Wanderung die Felsenschlucht hinauf gestartet. Ziemlich schnell haben sich die Menschen dann in ihrem eigenen Tempo und in ihren Gruppen dann auf den befestigten Wegen und Stegen in der Klamm verteilt. Ich selbst war ziemlich gemütlich unterwegs und habe die magische Atmosphäre zwischen den hohen Felswänden mit viel Grün genossen.

Während man immer höher hinauf läuft, lassen sich viele kleine Wasserfälle beobachten und an manchen Stellen ist das Wasserrauschen fast ohrenbetäubend. Je enger die Schlucht wird, desto kühler und feuchter wird die Luft. Bei strahlendem Sonnenschein und morgens schon deutlich über 20 °C ist das sehr sehr angenehm!

Bei der Anreise habe ich mal wieder BR2 eingeschaltet. Samstag morgens von 6:00 Uhr – 8:00 Uhr läuft hier die Sendung Rucksackradio. Die Musik selbst ist jetzt nicht sooo mein Fall, jedoch laufen hier wirklich tolle Beiträge zu Bergthemen und auch das Bergwetter ist ein hilfreiches Feature – in 3000 m Höhe hatte es an dem Samstag beispielsweise 8 °C… Besonders mag ich auch den BR2-Podcast Bergfreundinnen, bei dem drei Frauen jeden Monat ein Thema aus verschiedenen Blickwinkeln mit GesprächspartnerInnen beleuchtet. Sowas höre ich ja total gerne!

Bei der Klamm handelt es sich um eine relativ junge Schlucht, die im Laufe der letzten 10.000 Jahre nach der Würm-Eiszeit entstand. Ich bin sowohl von der Farbe des Wassers total fasziniert als auch von der Naturgewalt, die man vor allem an den Engstellen der Schlucht extrem spüren konnte. Nicht nur der Blick nach unten, sondern auch nach oben in mit Farnen und Bäumen in unendlichen Schattierungen von Grün entspannt mich sehr. Dennoch ist darauf zu achten, dass Stein- und im Winter auch Eisschlaggefahr herrschen. Man kann hier von Hochgebirgsverhältnissen ausgehen. Auf der Homepage der Breitachklamm gibt es die entsprechenden Sicherheitshinweise.

Eine gewisse Überwindung kostete es mich, wenn die Stege die Schlucht kreuzten. Gerade über den Wasserfall hinweg geht es fies nach unten. Ich habe ja eine gewisse Höhenangst, die ich mittlerweile aber immer besser in den Griff bekomme. Ich teste mich einfach immer wieder an meine eigenen Grenzen heran. Das mache ich am liebsten allein, damit ich niemanden ausbremse….

Guckt Euch mal die riesigen Felsbrocken an, die immer wieder in der Schlucht liegen. In den vergangenen Jahrzehnten, beispielsweise 1995 und 2005 gab es verschiedene Naturereignisse, die die Stege in der Klamm zerstörten und große Schäden anrichteten. In den Neunzigern gab es einen Felssturz, der den Fluss zu einem ungefähr 30 m hohen See aufstaute. Im folgenden März barst der Damm unter Einfluss des Schmelzwassers der umliegenden Berge und die Flutwelle riss alles mit sich. Im August 2005 dann gab es das berüchtigte Alpenhochwasser, welches mindestens 30 Todesopfer forderte. Auch hier in der Klamm führte es zu beträchtlichen Schäden. Das 2004 in Betrieb genommene Eingangsgebäude im Tal blieb jedoch verschont.

Auf dem Weg hinauf zum Parkplatz quert man auf einer kleinen Brücke die Grenze zwischen Deutschland und Österreich. Da die beiden Länder durch Schilder markiert werden, ist das ein beliebtes Fotomotiv, grade bei jüngeren Wanderern.

Vom Kammerergglift auf den Grünten [Wanderlust]

Werbung ohne Auftrag. Mit meinen bewährten Mitwanderern war ich vor kurzem auf einer Halbtagestour auf den Wächter des Allgäus, den Grünten. Dieses Mal ging es erst mittags los, da mein Schwager Nachtschicht hatte und erst noch einige Stunden schlief. An dem Sonntag war es richtig warm und ich hab dieses Mal drauf verzichtet, mit den Beiden mithalten zu wollen. Klare Ansage von mir war nach bereits wenigen Metern oberhalb der Alpe: „Lauft ihr voraus, ich pack das heute nicht. Ich mach in meinem Tempo und entweder treffen wir uns irgendwo am Berg oder dann wieder auf der Alpe.“ Ich hätte keine Chance gehabt, wäre ich bei den beiden geblieben und ihnen hätte es bestimmt auch wenig Spaß gemacht. Tatsächlich hatten wir zu dem Zeitpunkt bereits ungefähr die Hälfte der Wegstrecke bis hoch zum Gipfel hinter uns, jedoch machten mir heute vor allem die Höhenmeter zu schaffen. Auf die Frage der kleinen Schwester, wie viele Höhenmeter es denn noch seien, kam vom Schwager nur die trockene Antwort: „Diese Information könnte Teile der Bevölkerung verunsichern…“

So habe ich erstmal eine Rast eingelegt und versucht, Puls und Atmung wieder auf Normalniveau zu bringen. Nach etwa 15 Minuten fühlte ich mich denn auch in der Lage, mich weiterhin an den Aufstieg zu machen. Von meinem Papa habe ich mir neben jeder Menge Wanderführer [teilweise deutlich älter als ich] auch dessen Wanderstöcke ausgeliehen. So ganz komme ich damit noch nicht zurecht, aber mit jedem Höhenmeter wird es deutlich besser. Ich muss mir nur nochmal gelegentlich erklären lassen, wie die genau einzustellen sind.

Für meinen Aufstieg habe ich mir immer wieder kleine Ziele gesetzt – z. B. bis zu diesem toll gelegenen Felsen. Diese Babysteps mag ich ja sehr, um mich selbst zu motivieren. Ich habe die Aussicht sowohl nach unten ins Tal als auch hinauf auf den Berg sehr genossen. Zwischenzeitlich habe ich mir eine App runter geladen, um die einzelnen Gipfel bestimmen zu können. Viele sind mir namentlich bekannt, allein: an der Form kann ich sie nicht benennen….

Immer weiter bergauf ohne große Erholungsphasen geht es hier. Dennoch entschuldigt der Anblick des Gipfels für alle Anstrengungen. Von dort starten einige Gleitschirmflieger, die das tolle Wetter natürlich auch ausnützen wollen. Ich bin richtig stolz auf mich, wie weit ich es zu dem Zeitpunkt schon geschafft habe, während die beiden anderen bereits auf dem Gipfel sind. Ich hatte nämlich schon ein richtig schönes Bild von ganz oben erhalten.

Unterhalb des Gipfels [laut meinem Schwager sind es von diesem Punkt noch 700 m] lud mich eine Bank zum Verweilen ein. R. hat mich kurz danach informiert, dass sie jetzt den Abstieg beginnen, daher habe ich mich gegen einen finalen Aufstieg entschieden. Das war für mich völlig in Ordnung; ich bin mit mir völlig im Reinen, nicht bis ganz oben gegangen zu sein. An einem anderen Tag oder wenn wir bereits morgens gestartet wären, hätte ich es vermutlich locker geschafft.

Beim Abstieg hinab zur Alpe hatte ich dann auch endlich die Möglichkeit, das Braunvieh auf den Weiden zu fotografieren. Mittags lagen die Tiere nämlich nur völlig ermattet im Gras und käuten wieder. Jetzt in den etwas kühleren Stunden bimmelte es aus allen Himmelsrichtungen von den Kuhglocken.

Unten auf der Alpe gab es dann noch Erfrischungen für uns – ich hatte mich den gesamten Abstieg auf meine Apfelschorle gefreut! Und die war sowas von lecker… Für uns ging es dann noch weiter hinab bis zur Bier Alpe, wo wir das Auto geparkt hatten. Dabei entstand dann auch das hübsche Bild mit dem Braunvieh direkt vor dem Grüntenpanorama.

Ich habe unsere Wanderung sehr genossen und hoffe, bei der nächsten wieder richtig fit zu sein. Ich plane nämlich, die Breitachklamm zu gehen. Aufgrund des Wassers in der Schlucht sollten die Temperaturen angenehmer sein…..

Mystische Pfade Allgäu: Vom Alatsee zur Burgruine Falkenstein [Wanderlust]

Werbung ohne Auftrag. Anfang April war ich mit meiner Schwester und meinem Schwager das erste Mal wandern. Die beiden sind super trainiert, während ich das genaue Gegenteil davon bin. Jedoch liebe ich es sehr, draußen in der Natur und an der frischen Luft zu sein. In meinem eigenen Tempo [die beiden mussten halt das ein oder andere Mal auf mich warten….] ließ sich diese Anfängertour wirklich gut bewältigen, die wir uns ausgesucht haben.

Ich habe schon vor einigen Jahren den Wanderführer Mystische Pfade Allgäu gekauft. Jetzt endlich bin ich mal eine der vorgestellten Touren gegangen: wir haben uns die Wanderung vom sagenumwobenen Alatsee hinauf zu Deutschlands höchstgelegener Burgruine Falkenstein vorgenommen. Rund um den Alatsee spielt auch der Allgäukrimi Seegrund von Volker Klüpfel und Michael Kobr. Der Alatsee liegt zwischen Füssen und Pfronten nahe der österreichischen Grenze und lädt in der heißen Jahreszeit zum Baden ein.

Zum Baden war es Anfang April natürlich noch deutlich zu kalt; die Berge waren schneebedeckt und an dem Sonntag war es ziemlich kühl und auch bewölkt. Wir fuhren verhältnismäßig früh los, um den zu erwartenden Menschenmengen aus dem Weg zu gehen. Was auf den Bildern so gar nicht zur Geltung kommt, ist, wie leuchtend smaragdgrün der See in seiner Senke liegt. Direkt vom See weg geht es hinauf zur Salober Alpe. Auf ungefähr 1 km Wegstrecke kommen hier 200 Höhenmeter. Das ist zum warm werden ganz schön heftig, aber gemächlich gelaufen geht es ziemlich gut.

Direkt an der Alpe befindet sich auch die österreichische Grenze. Wir lassen sowohl Alm als auch Grenze links liegen und wandern hinauf zum Zirmengrat. Dort genießen wir den wirklich schönen Blick und machen unsere erste Pause. Nun folgt ein Abstieg über ungefähr 140 Höhenmeter, bevor es über eine Straße [oder über einen Waldweg links der Straße] hinauf zum Hotel Falkenstein geht und dann weiter zur Burgruine. Diese haben wir wie so viele Bauten in der Region dem Märchenkönig Ludwig II. zu verdanken. Von dort kann unter anderem Schloss Neuschwanstein in der Ferne entdeckt werden.

Links im Bildvordergrund ist das Zirmgrat zu sehen, über das wir auch wieder zurück wandern werden, während das Zugspitzmassiv noch schneebedeckt da liegt. An diesem Sonntag lud das Wetter viele Personen zum Wandern ein, so dass es vor allem an der Burgruine, aber auch später auf dem Zirmgrat ziemlich wuselig war. Es hat sich also wirklich gelohnt, so früh los zu fahren. Hier oben an der Burgruine haben wir die zweite Vesperpause eingelegt. Das war wirklich gemütlich: auf einer Bank sitzen, Sonne im Gesicht und die schützende Mauer im Rücken.

Hoch oben auf dem Falkenstein thront die Burgruine – wir befinden uns schon wieder auf dem Anstieg zum Zirmgrat. Hier kommen uns jetzt richtig viele Menschen entgegen. Den Rückweg laufen wir nicht komplett identisch, sondern nehmen den Weg über den Vier-Seen-Blick. Teilweise war der Weg richtig schlammig und eng und auf einmal stand dann direkt vor mir ein Hund [oberhalb von mir, da ich in dem Moment grad wieder etwas bergauf zu laufen hatte], der nicht angeleint war. Fand ich gar nicht cool! Über die steile Forststraße ging es dann wieder hinunter zum Parkplatz am Alatsee, der jetzt richtig gut besucht war….

Spaziergang zum Wasserfall Bad Urach [Wanderlust]

Werbung ohne Auftrag. Vor Kurzem habe ich Euch bereits auf eine Wanderung rund um Bad Urach mitgenommen. Ungefähr zwei Wochen zuvor habe ich mit meiner Freundin J. einen Spaziergang zum Uracher Wasserfall unternommen. Muttertag war einer der wenigen wirklich schönen Tage im Mai hier in der Region und so starteten wir um 7:30 von Ulm aus Richtung Westen.

Dank des ergiebigen Regens führte der Brühlbach reichlich Wasser. Das Gurgeln und Tosen der Wassermengen begleiteten uns den gesamten Vormittag durch das Tal. Der Wasserlauf ist wunderschön; ich habe eine Vielzahl an Fotos gemacht, weil ich mich kaum entscheiden mag, welche Stelle mir am Besten gefällt…

Vor zwei Jahren war ich zuletzt im Hochsommer mit Nichte und Neffe hier gewesen. Da konnten wir von solchen Wassermassen wirklich nur träumen. Sogar über die nach oben führenden Stufen rann das Wasser. Mir macht sowas ja total viel Spaß, zumal es an dem Tag recht warm war und ich schnelltrocknende Sportschuhe trug.

Ich lieb es, im Sprühnebel des Wassers zu stehen und mich abkühlen zu lassen. Schon beeindruckend, was die Natur so alles schafft im Laufe von Jahrmillionen. Mit Wasser kann man mich sowieso immer locken, bin ich doch vom Sternzeichen Fisch.

Ich bin dann den Weg Richtung Hochwiese / Wasserfallhütte noch ein Stück weiter gegangen. Da J. jedoch auf halber Höhe wartete – Höhenangst lässt grüßen -, drehte ich nach einem kurzen Wegstück wieder um. Ich hab zu dem Zeitpunkt nicht geahnt, dass ich grade mal zwei Wochen später wieder genau an diesem Punkt stehen und weiter gehen würde.

Beim Betrachten der Bilder bin ich total erstaunt, wie viel grüner die Bilder zwei Wochen später sein würden….

Wandern auf der Schwäbischen Alb rund um Bad Urach – Wasserfallsteig und Hohenurach [Wanderlust]

Werbung ohne Auftrag. Nachdem ich Ende April mit meiner jüngsten Schwester und deren Mann in den Allgäuer Alpen wandern war [dazu werde ich demnächst auch noch einen Artikel verfassen], nutzten wir den Pfingstmontag, um auf der Schwäbischen Alb rund um Bad Urach zu wandern. Die Tour wurde uns in der Komoot-App vorgeschlagen und ist auch für Anfänger gut geeignet, sie verläuft auf gut befestigten Wegen. Wanderschuhe sind dennoch empfehlenswert, aufgrund der Anstiege eventuell auch Wanderstöcke.

Von Ulm kommend erfolgt die Anreise über die B28, Parkplatz ist an der Jugendherberge. Die Gesamtstrecke beträgt ca. 19 km. Auf der Route sind ungefähr 680 Höhenmeter zu überwinden, es gibt zwei sehr starke Anstiege zur Burgruine Hohenurach und am Uracher Wasserfall.

Direkt vom Parkplatz geht es hinauf zur Burgruine Hohenurach, die zwischen 1030 und 1050 entstand. Sie diente früher als Landesfestung und später auch als Gefängnis. Die Ruine liegt ungefähr 250 m über Bad Urach und dem Ermstal. Von dort hat man einen tollen Blick sowohl über die Stadt hinweg, als auch zum nahegelegenen Wasserfall. Auf der Burgruine gibt es keine Bewirtung.

Das Bild links ist der Blick von der Burgruine hinüber zum Wasserfall. Hier lässt sich auch gut erkennen, dass der größte Teil der Tour durch Wald führt. Gerade an heißen Tagen ist das wirklich toll, weil es sich im Schatten dann doch angenehmer geht. Aufgrund der aktuellen Situation empfiehlt es sich, die Tour verhältnismäßig früh zu beginnen. Wir sind gegen 8:15 Uhr am Parkplatz gestartet und gerade auf dem Weg zum Wasserfall waren extrem viele Menschen unterwegs.

Von unten ist der Wasserfall deutlich spektakulärer als – wie rechts zu sehen – von oben. Der Uracher Wasserfall ist 37 m hoch. Da der Mai relativ regenreich war, bildeten sich mehrere Seitenarme, die teilweise auch die Stufen, die zur Kalktuffsteinstufe, auf der das Wasser aufschlägt, fluteten. Nach dieser Stufe fließt das Wasser nämlich noch ungefähr 50 m weiter in die Tiefe, bevor es sich wieder zum Brühlbach vereint und durch das Maisental Richtung Erms fließt.

Oberhalb der Wasserfallhütte, die auch in Pandemiezeiten von März bis November bewirtschaftet ist, führt der gut begehbare Weg weiter hinauf. Tatsächlich heißt dieser Wegabschnitt „Hölle“, obwohl es mir eher malerisch vorkommt. Auf dem Plateau angekommen sind nur noch wenige Meter zurückzulegen bis zum spektakulären Anblick der Rutschenfelsen. Hier ist jedoch vor allem auf Kinder zu achten, da es keinerlei Absturzsicherung wie Geländer gibt.

Entlang der Felskante gibt es zahlreiche Bänke, die zum Verweilen einladen. Seit unserem Start waren wir etwa 3,5 h unterwegs, so dass wir dort gemütlich unsere erste Vesperpause einlegten. Einen Teil des Weges teilten wir uns nun wieder mit jeder Menge Wanderer, bis uns die App zu einem seitlich abbiegenden Weg in Richtung Fohlenhof führte. Dieser ist denkmalgeschützt und gehört zum Haupt- und Landgestüt Marbach. Direkt neben dem Fohlenhof ging es dann wieder hinein in den Wald und auf dem Hans-Widmann-Weg hinauf zur Hohen Warte.

Bei der Hohen Warte handelt es sich um einen in den 1920er Jahren erbauten Aussichtsturm, der auch als Ehrenmal an die gefallenen Soldaten des 1. Weltkriegs erinnern soll. In diesem Gebiet der Schwäbischen Alb sind zu Anfang des Albvereins die meisten Ortsgruppen entstanden. Hier wurde wohl sehr viel gewandert, daher gibt es in der Umgebung der Hohen Warte noch weitere Aussichtstürme. Der Schwäbische Albverein e. V. wurde 1888 in Plochingen gegründet. Mit aktuell rund 91.000 Mitgliedern ist er der größte Wanderverein Europas. Gerade zu Zeiten der Pandemie zieht es die Menschen ja doch vermehrt in die Natur – vor zwei Jahren hätte ich auch nicht gedacht, dass ich das Wandern für mich entdecken werde. Daher finde ich es sehr spannend, dass es eben nicht nur den Deutschen Alpenverein e. V. gibt, von dem auch ich schon ziemlich viel gehört habe. Mein Papa besitzt nämlich so einige Wanderführer und auch in meinem Bücherregal findet sich mittlerweile entsprechende Literatur.

Von der Hohen Warte führt der Weg bergab durch dichte Wälder wieder zurück Richtung des Fohlenhofs. Einige 100 m vorher geht der Weg teilweise sehr steil hinab zum Gütersteiner Wasserfall.

Auf diesem Teilstück war ich wirklich sehr froh um meine Wanderschuhe. Hier waren wieder relativ viele Personen unterwegs und das teilweise mit völlig ungeeignetem Schuhwerk. Da es auf der Alb im gesamten Mai verhältnismäßig viel regnete, war der Weg an mancher Stelle wirklich rutschig. Dies sollte auf alle Fälle berücksichtigt werden, da hier einige Höhenmeter Abstieg erfolgen.

Der Gütersteiner Wasserfall ist versteckt mitten im Wald und speist sich aus Wasser, welches in der Nähe des Fohlenhofs versickert. Oberhalb des Teichs erinnert eine Kapelle an ein Kloster, welches bis 1560 dort stand. Das Wasser fließt über zwei Terrassen aus Kalktuff hinab ins Tal; auf der ersten Terrasse sammelt es sich in einem Teich. Von dort rinnt es über einen Felsvorsprung hinab. Die Wassermengen dort sind verhältnismäßig gering im Vergleich zum Uracher Wasserfall, tatsächlich jedoch fasziniert mich dieser Anblick noch deutlich mehr als der im Nachbartal.

Etwas abseits des Weges haben wir dann nochmals eine Rast eingelegt und dabei diesen Anblick genießen dürfen.

Auf dem Weg zurück zum Parkplatz durch das Maisental kamen wir auch am Gestütshof Güterstein vorbei und konnten erneut den Ausblick auf die Burgruine Hohenurach genießen.

Der Wasserfallsteig wurde 2016 zu Deutschlands schönstem Wanderweg gekürt. Hierbei handelt es sich ebenso um einen Premiumwanderweg, was sich auch in der Zahl der Besucher widerspiegelt. Allerdings hat sich die Zahl der Besucher aufgrund der Pandemie drastisch erhöht; als ich vor zwei Jahren am Uracher Wasserfall war [Ostern 2019, August 2019], war die Zahl der Besucher trotz schönstem Wetter deutlich geringer.

Mir hat dieser Tag richtig viel Spaß gemacht. Wer Ausdauer und Kondition mitbringt, muss wirklich kein erfahrener Wanderer sein, um diese zu gehen. In der App wird die Tour als schwer ausgewiesen. Ich persönlich behaupte von mir selbst, wirklich unsportlich zu sein und hab das als maximal mittelschwer empfunden.

Federsee [Wanderlust]

Werbung ohne Auftrag. Was tu ich hier eigentlich? Wenn Du morgens zwischen 3 und 4 Uhr im Auto auf dem Beifahrersitz aufwachst und Dir diese Frage stellst, dann kann das entweder ein ganz toller Gedanke gewesen sein oder eine absolute Schnapsidee, die Dich in diese Situation gebracht hast. So bei mir geschehen Ende Juni, als ich Montag abends an den ungefähr 1 h Fahrt entfernten Federsee aufgebrochen war. Dieser liegt im Landkreis Biberach am Rande des Kurortes Bad Buchau.

Ich hatte mir ein langes Wochenende gegönnt, um einige Überstunden abzubauen. Lange schon wollte ich mal in das Naturschutzgebiet mit der einzigartigen Moorlandschaft fahren, um in Ruhe zu fotografieren. Nun hatte ich die ideale Gelegenheit dazu, um diese Idee umzusetzen. Die Sommersondenwende war gerade mal zwei Tage her und so war es völlig ausreichend, gegen 21 Uhr am Parkplatz mein Auto abzustellen und die knapp 1,5 km auf dem Steg bis zum See zu laufen. Der Steg ist die einzige Möglichkeit, zum See zu gelangen. Dadurch ist dieser barrierefrei zugänglich und sowohl für Familien wie auch Personen mit Beeinträchtigungen ein schönes Ausflugsziel.

Die Sonne geht hinter Bäumen am Rande des Moorgebiets unter und es waren – ob coronabedingt oder aus anderen Gründen – verhältnismäßig wenige Personen auf dem Steg unterwegs. Abstand halten war somit kein Problem. Aktuell herrscht auf den beiden Plattformen Mundschutzpflicht. Leider haben sich daran nicht alle Besucher gehalten, was ich persönlich durchaus als schwierig empfand….

Informationen zum Federseesteg findet Ihr auf der Homepage der Stadt Bad Buchau. Der Zugang zum Steg kostet für Erwachsene aktuell 2,50 EUR. Dieser Betrag geht in die Erhaltung des Stegs, der auf Eichenpfähle gebaut ist. Letztmalig erneuert wurde der Steg im Winter 2010/11. Nur während sehr kalter Winter können diese Arbeiten erfolgen, da das Moor dann entsprechend gefroren ist und die schweren Baumaschinen nicht einsinken.

Gegen 22:30 Uhr war ich wieder zurück am Parkplatz. Ich habe dann spontan beschlossen, die Nacht eben dort zu verbringen, um mir den Sonnenaufgang über dem See ebenfalls anzusehen. Genau aus diesem Grund habe ich immer meine übergroße Patchworkdecke und ein ebenfalls selbst genähtes Kissen im Kofferraum. Die haben mir schon manche Nacht im Auto deutlich angenehmer gestaltet…

Diesen Anblick konnte ich dann morgens um 4 Uhr aus meinem Autofenster genießen. Ich bin ja nun wirklich kein Morgenmensch, aber da fällt sogar mir das Aufstehen richtig leicht.

Gefühlt war noch niemand wach, als ich mich auf den Weg Richtung Sonnenaufgang machte. Weit gefehlt – mindestens zwei ältere Herren waren schon vor mir draußen, um Vögel zu beobachten und auf den Sonnenaufgang zu warten.

Hier habe ich fast das Ende des Stegs erreicht. Links befindet sich dann die große Plattform, von der aus man einen Blick über den gesamten See hat. Ich mag es total gern, die aufsteigenden Nebelschwaden im noch blassen Morgenlicht zu beobachten.

Auf dem See gibt es eine Vielzahl an Vögeln. Besonders beeindruckend finde ich aber die Schwäne, die ich völlig überraschend aus nächster Nähe beobachten durfte. Das komische Zeug, das im Hintergrund auf dem Wasser treibt, sind Rhizome von Seerosen, die es am Federsee in rauen Mengen gibt.

Nur wenige Minuten vor diesem Bild war lediglich ein kleiner roter Punkt am Horizont, der sekündlich größer wurde und die Temperaturen spürbar ansteigen ließ. Diese Erfahrung finde ich jedes Mal wieder faszinierend!

Auf der kleineren Plattform, die an einem der Zuflüsse des Federsees steht, gibt es zwei Ebenen. Auf dem Rückweg habe ich hier auch noch kurz Halt gemacht, bin nach oben geklettert und habe diesen Anblick genießen dürfen.

Wenn es in meiner Kindheit Sonntag nachmittags hieß, wir gehen spazieren, war das für mich immer die Höchststrafe. Heute liebe ich es total, in der Natur zu sein. Es tut so gut, die Akkus aufzuladen!

Jerusalem, Bethlehem und das Tote Meer [Wanderlust]

Natürlich durfte ein Tagesausflug in die heilige Stadt auch nicht fehlen. Zwar musste ich dafür um 5:00 Uhr aufstehen, aber das war es mir wert.

Morgendliches Tel Aviv.
Jerusalem Armenisches Viertel.
Alte Römerstraße.
Gewürze.
Erster Blick auf den Felsendom und die Klagemauer.
Orthodoxer Gläubiger.
Arabisches Viertel.
Typische Straßenszene in Jerusalem.
Via Dolorosa.
Security Wall zwischen Israel und dem Palästinensisch kontrollierten Gebiet.
Bethlehem.
Eingang zur Grabeskirche.
Totes Meer.
Regeln, Regeln, Regeln….
Floating.
Dieser Beitrag wurde am 21. November 2019, in Koffer & Ticket veröffentlicht und verschlagwortet mit .

Tel Aviv [Wanderlust]

Werbung ohne Auftrag. Im September habe ich mir einen jahrelangen Traum erfüllt und bin erstmals nach Israel gereist. Hauptsächlich hielt ich mich in Tel Aviv – Jaffa auf. Heute bekommt Ihre eine wahre Bilderflut zu sehen…..

Dieser Beitrag wurde am 18. November 2019, in Koffer & Ticket veröffentlicht und verschlagwortet mit .

Graffiti in Oslo [Wanderlust]

Werbung ohne Auftrag. Graffiti. Normalerweise versteht man darunter gemeinhin eher Schmierereien à la „Fack ju Göte“. Die Gemälde nahe der Brenneriveien ordne ich persönlich als Kunst ein. Wenn Ihr auf den Link klickt, dann öffnet sich auf der Seite eine Karte, wo die einzelnen Graffitis eingezeichnet sind. Alle gezeigten Bilder [Ausnahme: der weiße Hase aus Alice im Wunderland] findet Ihr nahe des Clubs Blå.

Das „Crocodile“ wurde 2012 vom Künstler Phlegm gesprayt. Weiß ich aber auch nur dank der oben genannten Karte….

Dieses tolle Kunstwerk [links vom Hasen ist Alice im Wunderland zu sehen] habe ich am Cafe Fyrhuset Kuba am Rande des Vulkans entdeckt.

Oslo [Wanderlust]

Werbung ohne Auftrag. Bevor ich mich demnächst auf in mein nächstes Abenteuer mache, zeige ich Euch heute die Bilder von meinem letzten Trip nach Skandinavien. Im August nutzte ich das lange Wochenende in Bayern, um Oslo zu erkunden. Geprägt war der Trip vor allem von jeder Menge Chaos und durchaus schlechtem Wetter, aber das ist nur ein Grund mehr, wieder in die norwegische Hauptstadt zu reisen.

Mein Flug von München nach Norden war überbucht und so konnte ich erst mit 6 h Verspätung starten. Ist bei so einem kurzen Trip natürlich nicht schön, aber das Bodenpersonal der Lufthansa war wirklich topp!

Donnerstag Abend konnte ich den Landeanflug bei tollstem Wetter genießen, Freitag Morgen war jedoch ziemlich verregnet. Normalerweise hat man von der Skisprungschanze Holmenkollen einen tollen Blick auf Stadt und Fjord, ich allerdings sah nur Regenwolken.

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Die Oper im Herzen der Stadt ist ein ziemlich neues Gebäude, welches einem Eisberg nachempfunden ist. Besonders toll: man kann einfach so aufs Dach laufen [ohne Eintritt zu bezahlen!] und genießt eine atemberaubende Sicht auf einen Teil des Hafenbeckens und die Fjordinseln.

Diese beiden Bilder entstanden vom Operndach. Die Kreuzfahrtschiffe sind echt riesig! Und an jenem Tag waren mindestens drei dieser Riesen vor Anker gelegen und die Touris haben die Stadt geflutet.

Die Akrobaten Fußgängerbrücke führt direkt hinter dem Barcode, einem neu entstehenden Stadtviertel, über die Schienen des Hauptbahnhofs. Vor allem nachts muss der Anblick der beleuchteten Brücke faszinierend sein. Da ich aber jeden Tag mindestens 20 km lief, habe ich das leider nicht gesehen.

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Hier nochmal ein Blick auf den Barcode vom Dach der Oper aus. Allein von der Architektur her gefällt mir Oslo enorm!

Oslo hat jedoch nicht nur jede Menge [moderne] Architektur zu bieten, sondern noch viel mehr Natur. Ich habe es sehr genossen, durch jede Menge Parks zu schlendern und das Ufer der Akerselva mit ihren vielen Wasserfällen ist einfach nur schön.

Direkt am ersten Abend bin ich direkt hier entlang geschlendert auf dem Weg zu meinem Hostel im trendigen Stadtteil Grünerlokka. Das Bild rechts zeigt das Astrup Fearnley Museet, welches ich jedoch nicht besuchte – mir war einfach zu nass und kalt! Samstag hat es nämlich ganztags geschüttet und ich fühlte mich wie der sprichwörtliche begossene Pudel.

Essen oder Ausgehen in Oslo ist ein teurer Spaß! Nichtsdestotrotz habe ich es mir am Samstag ziemlich gut gehen lassen. Die Mathallen Oslo liegt bezeichnenderweise auf dem Vulkan 🙂 Hierbei handelt es sich um eine Markthalle, wo es verschiedene Essensstände und Restaurants gibt. Ich entschied mich für dieses im Industrial Style und genoss dort ein Grilled Sandwich und frisch gepressten Orangensaft zum Frühstück. Mittags war ich in Jamie Olivers Italian, wo ich mir unter anderem diese Bruschetta aussuchte. Die Norweger trinken ähnlich viel Kaffee wie die Finnen und so gibt es jede Menge Cafebars und  Baristas – einer der bekanntesten ist Tim Wendelboe. An seiner Bar lief ich einige Male vorbei – immer außerhalb der Öffnungszeiten…. da hätte sogar ich meine Abneigung gegen die schwarze Brühe überwunden….

Im Gegensatz zu meinen früheren Reisen nehme ich mittlerweile auch wieder Reiseführer mit auf meine Trips. Daher habe ich im Flugzeug einige Ziele gefunden, die ich sonst nicht entdeckt hätte. Dazu gehören die tollen Graffitis in der Brenneriveien [dazu gibt es noch einen separaten Beitrag] genauso wie die süßen Häuschen im typisch skandinavischen Stil in Damstredet und Telthusbaken, zwei kleinen, ziemlich steilen Sträßchen nahe der Mathallen.