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Federsee [Wanderlust]

Werbung ohne Auftrag. Was tu ich hier eigentlich? Wenn Du morgens zwischen 3 und 4 Uhr im Auto auf dem Beifahrersitz aufwachst und Dir diese Frage stellst, dann kann das entweder ein ganz toller Gedanke gewesen sein oder eine absolute Schnapsidee, die Dich in diese Situation gebracht hast. So bei mir geschehen Ende Juni, als ich Montag abends an den ungefähr 1 h Fahrt entfernten Federsee aufgebrochen war. Dieser liegt im Landkreis Biberach am Rande des Kurortes Bad Buchau.

Ich hatte mir ein langes Wochenende gegönnt, um einige Überstunden abzubauen. Lange schon wollte ich mal in das Naturschutzgebiet mit der einzigartigen Moorlandschaft fahren, um in Ruhe zu fotografieren. Nun hatte ich die ideale Gelegenheit dazu, um diese Idee umzusetzen. Die Sommersondenwende war gerade mal zwei Tage her und so war es völlig ausreichend, gegen 21 Uhr am Parkplatz mein Auto abzustellen und die knapp 1,5 km auf dem Steg bis zum See zu laufen. Der Steg ist die einzige Möglichkeit, zum See zu gelangen. Dadurch ist dieser barrierefrei zugänglich und sowohl für Familien wie auch Personen mit Beeinträchtigungen ein schönes Ausflugsziel.

Die Sonne geht hinter Bäumen am Rande des Moorgebiets unter und es waren – ob coronabedingt oder aus anderen Gründen – verhältnismäßig wenige Personen auf dem Steg unterwegs. Abstand halten war somit kein Problem. Aktuell herrscht auf den beiden Plattformen Mundschutzpflicht. Leider haben sich daran nicht alle Besucher gehalten, was ich persönlich durchaus als schwierig empfand….

Informationen zum Federseesteg findet Ihr auf der Homepage der Stadt Bad Buchau. Der Zugang zum Steg kostet für Erwachsene aktuell 2,50 EUR. Dieser Betrag geht in die Erhaltung des Stegs, der auf Eichenpfähle gebaut ist. Letztmalig erneuert wurde der Steg im Winter 2010/11. Nur während sehr kalter Winter können diese Arbeiten erfolgen, da das Moor dann entsprechend gefroren ist und die schweren Baumaschinen nicht einsinken.

Gegen 22:30 Uhr war ich wieder zurück am Parkplatz. Ich habe dann spontan beschlossen, die Nacht eben dort zu verbringen, um mir den Sonnenaufgang über dem See ebenfalls anzusehen. Genau aus diesem Grund habe ich immer meine übergroße Patchworkdecke und ein ebenfalls selbst genähtes Kissen im Kofferraum. Die haben mir schon manche Nacht im Auto deutlich angenehmer gestaltet…

Diesen Anblick konnte ich dann morgens um 4 Uhr aus meinem Autofenster genießen. Ich bin ja nun wirklich kein Morgenmensch, aber da fällt sogar mir das Aufstehen richtig leicht.

Gefühlt war noch niemand wach, als ich mich auf den Weg Richtung Sonnenaufgang machte. Weit gefehlt – mindestens zwei ältere Herren waren schon vor mir draußen, um Vögel zu beobachten und auf den Sonnenaufgang zu warten.

Hier habe ich fast das Ende des Stegs erreicht. Links befindet sich dann die große Plattform, von der aus man einen Blick über den gesamten See hat. Ich mag es total gern, die aufsteigenden Nebelschwaden im noch blassen Morgenlicht zu beobachten.

Auf dem See gibt es eine Vielzahl an Vögeln. Besonders beeindruckend finde ich aber die Schwäne, die ich völlig überraschend aus nächster Nähe beobachten durfte. Das komische Zeug, das im Hintergrund auf dem Wasser treibt, sind Rhizome von Seerosen, die es am Federsee in rauen Mengen gibt.

Nur wenige Minuten vor diesem Bild war lediglich ein kleiner roter Punkt am Horizont, der sekündlich größer wurde und die Temperaturen spürbar ansteigen ließ. Diese Erfahrung finde ich jedes Mal wieder faszinierend!

Auf der kleineren Plattform, die an einem der Zuflüsse des Federsees steht, gibt es zwei Ebenen. Auf dem Rückweg habe ich hier auch noch kurz Halt gemacht, bin nach oben geklettert und habe diesen Anblick genießen dürfen.

Wenn es in meiner Kindheit Sonntag nachmittags hieß, wir gehen spazieren, war das für mich immer die Höchststrafe. Heute liebe ich es total, in der Natur zu sein. Es tut so gut, die Akkus aufzuladen!

Kässpätzle [Alle lieben Pasta]

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Werbung ohne Auftrag. Endlich bin ich mal wieder dabei bei Claras Aktion „Alle lieben Pasta“ mit dabei. Das Motto im Dezember lautet „Aus dem Ofen“. Puh. Da hatte ich gleich jede Menge Ideen, Schinkennudeln, Lasagne, …. aber am meisten Lust hatte ich auf Kässpätzle. Die passen so herrlich in die kalte Jahreszeit, wenn alles nass, schmudlig, Grau in Grau ist und es schon viel zu früh dunkel wird. Richtig wärmendes Soulfood eben.

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Je 100 g Mehl nehme ich 1 Ei, dazu Salz und Wasser. Die Wassermenge ist abhängig von der Größe der Eier. Alle Zutaten mit den Knethaken des Handrührgeräts oder ganz klassisch mit einem Kochlöffel mit Loch in der Mitte zu einem zähflüssigen Teig verarbeiten.

In einem weiten Topf Salzwasser sprudelnd aufkochen und dann den Herd zurück schalten, dass das Wasser siedet. Mit einem Spätzlehobel Teig portionsweise in das heiße Wasser hobeln. Fertig gegarte Spätzle mit einem Schaumlöffel aus dem Wasser heben und in kaltem Wasser abschrecken.

Für ca. 700 g Spätzle reibe ich ca. 450 g gemischten Käse. Dieses Mal habe ich Bergkäse und Parmiggiano Reggiano verwendet. Zum Käse kommt dann noch ein Schluck Sahne, da ich trockene Kässpätzle so gar nicht mag. Käse mit den abgetropften Spätzle vermischen und in einer Auflaufform in den Ofen geben, Umluft 180 ° C, bis der Käse geschmolzen und leicht gebräunt ist.

In der Zwischenzeit zwei Zwiebeln schälen, in Ringe schneiden und in einer Pfanne langsam braten, bis die Ringe leicht gebräunt und knusprig sind. Vor dem Servieren auf den Spätzle verteilen.

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Dazu gab es bei mir Schweinefilet mit einer Champignonrahmsauce. Es passt aber auch ein einfacher grüner Salat dazu.