Tag-Archiv | Allgäu

Vom Kammerergglift auf den Grünten [Wanderlust]

Werbung ohne Auftrag. Mit meinen bewährten Mitwanderern war ich vor kurzem auf einer Halbtagestour auf den Wächter des Allgäus, den Grünten. Dieses Mal ging es erst mittags los, da mein Schwager Nachtschicht hatte und erst noch einige Stunden schlief. An dem Sonntag war es richtig warm und ich hab dieses Mal drauf verzichtet, mit den Beiden mithalten zu wollen. Klare Ansage von mir war nach bereits wenigen Metern oberhalb der Alpe: „Lauft ihr voraus, ich pack das heute nicht. Ich mach in meinem Tempo und entweder treffen wir uns irgendwo am Berg oder dann wieder auf der Alpe.“ Ich hätte keine Chance gehabt, wäre ich bei den beiden geblieben und ihnen hätte es bestimmt auch wenig Spaß gemacht. Tatsächlich hatten wir zu dem Zeitpunkt bereits ungefähr die Hälfte der Wegstrecke bis hoch zum Gipfel hinter uns, jedoch machten mir heute vor allem die Höhenmeter zu schaffen. Auf die Frage der kleinen Schwester, wie viele Höhenmeter es denn noch seien, kam vom Schwager nur die trockene Antwort: „Diese Information könnte Teile der Bevölkerung verunsichern…“

So habe ich erstmal eine Rast eingelegt und versucht, Puls und Atmung wieder auf Normalniveau zu bringen. Nach etwa 15 Minuten fühlte ich mich denn auch in der Lage, mich weiterhin an den Aufstieg zu machen. Von meinem Papa habe ich mir neben jeder Menge Wanderführer [teilweise deutlich älter als ich] auch dessen Wanderstöcke ausgeliehen. So ganz komme ich damit noch nicht zurecht, aber mit jedem Höhenmeter wird es deutlich besser. Ich muss mir nur nochmal gelegentlich erklären lassen, wie die genau einzustellen sind.

Für meinen Aufstieg habe ich mir immer wieder kleine Ziele gesetzt – z. B. bis zu diesem toll gelegenen Felsen. Diese Babysteps mag ich ja sehr, um mich selbst zu motivieren. Ich habe die Aussicht sowohl nach unten ins Tal als auch hinauf auf den Berg sehr genossen. Zwischenzeitlich habe ich mir eine App runter geladen, um die einzelnen Gipfel bestimmen zu können. Viele sind mir namentlich bekannt, allein: an der Form kann ich sie nicht benennen….

Immer weiter bergauf ohne große Erholungsphasen geht es hier. Dennoch entschuldigt der Anblick des Gipfels für alle Anstrengungen. Von dort starten einige Gleitschirmflieger, die das tolle Wetter natürlich auch ausnützen wollen. Ich bin richtig stolz auf mich, wie weit ich es zu dem Zeitpunkt schon geschafft habe, während die beiden anderen bereits auf dem Gipfel sind. Ich hatte nämlich schon ein richtig schönes Bild von ganz oben erhalten.

Unterhalb des Gipfels [laut meinem Schwager sind es von diesem Punkt noch 700 m] lud mich eine Bank zum Verweilen ein. R. hat mich kurz danach informiert, dass sie jetzt den Abstieg beginnen, daher habe ich mich gegen einen finalen Aufstieg entschieden. Das war für mich völlig in Ordnung; ich bin mit mir völlig im Reinen, nicht bis ganz oben gegangen zu sein. An einem anderen Tag oder wenn wir bereits morgens gestartet wären, hätte ich es vermutlich locker geschafft.

Beim Abstieg hinab zur Alpe hatte ich dann auch endlich die Möglichkeit, das Braunvieh auf den Weiden zu fotografieren. Mittags lagen die Tiere nämlich nur völlig ermattet im Gras und käuten wieder. Jetzt in den etwas kühleren Stunden bimmelte es aus allen Himmelsrichtungen von den Kuhglocken.

Unten auf der Alpe gab es dann noch Erfrischungen für uns – ich hatte mich den gesamten Abstieg auf meine Apfelschorle gefreut! Und die war sowas von lecker… Für uns ging es dann noch weiter hinab bis zur Bier Alpe, wo wir das Auto geparkt hatten. Dabei entstand dann auch das hübsche Bild mit dem Braunvieh direkt vor dem Grüntenpanorama.

Ich habe unsere Wanderung sehr genossen und hoffe, bei der nächsten wieder richtig fit zu sein. Ich plane nämlich, die Breitachklamm zu gehen. Aufgrund des Wassers in der Schlucht sollten die Temperaturen angenehmer sein…..

Mystische Pfade Allgäu: Vom Alatsee zur Burgruine Falkenstein [Wanderlust]

Werbung ohne Auftrag. Anfang April war ich mit meiner Schwester und meinem Schwager das erste Mal wandern. Die beiden sind super trainiert, während ich das genaue Gegenteil davon bin. Jedoch liebe ich es sehr, draußen in der Natur und an der frischen Luft zu sein. In meinem eigenen Tempo [die beiden mussten halt das ein oder andere Mal auf mich warten….] ließ sich diese Anfängertour wirklich gut bewältigen, die wir uns ausgesucht haben.

Ich habe schon vor einigen Jahren den Wanderführer Mystische Pfade Allgäu gekauft. Jetzt endlich bin ich mal eine der vorgestellten Touren gegangen: wir haben uns die Wanderung vom sagenumwobenen Alatsee hinauf zu Deutschlands höchstgelegener Burgruine Falkenstein vorgenommen. Rund um den Alatsee spielt auch der Allgäukrimi Seegrund von Volker Klüpfel und Michael Kobr. Der Alatsee liegt zwischen Füssen und Pfronten nahe der österreichischen Grenze und lädt in der heißen Jahreszeit zum Baden ein.

Zum Baden war es Anfang April natürlich noch deutlich zu kalt; die Berge waren schneebedeckt und an dem Sonntag war es ziemlich kühl und auch bewölkt. Wir fuhren verhältnismäßig früh los, um den zu erwartenden Menschenmengen aus dem Weg zu gehen. Was auf den Bildern so gar nicht zur Geltung kommt, ist, wie leuchtend smaragdgrün der See in seiner Senke liegt. Direkt vom See weg geht es hinauf zur Salober Alpe. Auf ungefähr 1 km Wegstrecke kommen hier 200 Höhenmeter. Das ist zum warm werden ganz schön heftig, aber gemächlich gelaufen geht es ziemlich gut.

Direkt an der Alpe befindet sich auch die österreichische Grenze. Wir lassen sowohl Alm als auch Grenze links liegen und wandern hinauf zum Zirmengrat. Dort genießen wir den wirklich schönen Blick und machen unsere erste Pause. Nun folgt ein Abstieg über ungefähr 140 Höhenmeter, bevor es über eine Straße [oder über einen Waldweg links der Straße] hinauf zum Hotel Falkenstein geht und dann weiter zur Burgruine. Diese haben wir wie so viele Bauten in der Region dem Märchenkönig Ludwig II. zu verdanken. Von dort kann unter anderem Schloss Neuschwanstein in der Ferne entdeckt werden.

Links im Bildvordergrund ist das Zirmgrat zu sehen, über das wir auch wieder zurück wandern werden, während das Zugspitzmassiv noch schneebedeckt da liegt. An diesem Sonntag lud das Wetter viele Personen zum Wandern ein, so dass es vor allem an der Burgruine, aber auch später auf dem Zirmgrat ziemlich wuselig war. Es hat sich also wirklich gelohnt, so früh los zu fahren. Hier oben an der Burgruine haben wir die zweite Vesperpause eingelegt. Das war wirklich gemütlich: auf einer Bank sitzen, Sonne im Gesicht und die schützende Mauer im Rücken.

Hoch oben auf dem Falkenstein thront die Burgruine – wir befinden uns schon wieder auf dem Anstieg zum Zirmgrat. Hier kommen uns jetzt richtig viele Menschen entgegen. Den Rückweg laufen wir nicht komplett identisch, sondern nehmen den Weg über den Vier-Seen-Blick. Teilweise war der Weg richtig schlammig und eng und auf einmal stand dann direkt vor mir ein Hund [oberhalb von mir, da ich in dem Moment grad wieder etwas bergauf zu laufen hatte], der nicht angeleint war. Fand ich gar nicht cool! Über die steile Forststraße ging es dann wieder hinunter zum Parkplatz am Alatsee, der jetzt richtig gut besucht war….