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Cowboy Candy [Foodie-Freitag]

Werbung ohne Auftrag. Alle paar Wochen versinke ich im Wurmloch namens TikTok. Die App hat mich mental über Wasser gehalten, als ich im November wochenlang aufgrund Covid 19 krank geschrieben war und auch sonst liebe ich die kurzen Clips sehr. Zu Beginn hatte ich vor allem hübsche Männer in meiner Timeline, mittlerweile hat sich mein Fokus jedoch auch hier auf gärtnern und kochen verschoben. Ich habe einige richtig coole Kanäle abonniert und endlich mal mein allererstes Rezept nach TikTok ausprobiert.

Cowboy Candy – klingt das nicht verlockend?! Tatsächlich braucht man ziemlich viel Zucker, um die Leckerei herzustellen, allerdings ist das nichts für Süßschnäbel, denn es geht heiß her… Jalapeño-Scheiben, in einem Sirup aus Zucker, Essig und Gewürzen gekocht – so so lecker!

Wir haben letzte Woche die Feuerschalen-Saison eingeläutet. Das bedeutet bei uns Würstchen, die auf Holzspießen über lodernden Flammen oder heißer Glut gegrillt werden. Für mich gibt es meist Halloumi oder anderen Grillkäse. Im Herbst hatten wir leckere Maiskolben auf dem Gitterrost und auch Egerlinge [braune Champignons] vertragen das Raucharoma ziemlich gut. Eine regionale Spezialität sind Feuerwürste. Scharf gewürzte, lange, dünne Würste vom Grill, die mit Krautsalat und Zaziki in ein Baguette gepackt werden. Daher durfte bei dem frugalen Gelage zu meinem Geburtstag auch ein Cole slaw nicht fehlen. Nach vier Wochen Reifezeit in meinem Kühlschrank haben wir das erste Glas Cowboy Candy geöffnet und was soll ich sagen? So leckere Jalapeños hatte ich noch nie! Knackig, würzig, leicht süßlich, angenehm pikant…. selbst meine Mama, die nicht so gerne scharf ist, fand die sehr lecker und das erste Glas wurde fast vollständig verputzt….

Ich habe mir ein Rezept einer deutschen Seite, die sich auf Chilis spezialisiert hat, gegooglet und mal die Hälfte der angegebenen Mengen verwendet – mehr Chilis hatte ich nämlich nicht und ich musste schon teilweise mit anderen Sorten ergänzen… Es war tatsächlich ziemlich aufwändig, an Jalapeños zu kommen und so habe ich über Wochen beim örtlichen Edeka immer mal wieder ein Päckchen mit ganzen zwei [!] Jalapeños ergattern können, welche dann im Gefrierschrank auf ihren spektakulären Einsatz warten mussten… zwischenzeitlich habe ich online einige Chilipflanzen bestellt, um im Sommer jede Menge Köstliches damit zu fabrizieren.

Folgende Zutaten habe ich benutzt – im Originalrezept kommt auch noch Selleriepulver in die Sirupmischung. Ich hatte keines da und Sellerie ist sowieso nicht unbedingt mein Fall…

  • 400 g grüne Jalapeños
  • 250 ml Apfelessig
  • 350 g Zucker
  • 1 TL Knoblauchpulver
  • 1/4 TL Kurkuma gemahlen
  • 1/4 TL Selleriepulver

Die Chilis waschen, Stiele entfernen und in dicke Scheiben schneiden. Selbst wenn man schärfesensibel ist – bitte nicht dazu verführen lassen, die Kerne zu entfernen. Sonst überlagert die reichlich vorhanden Süße die Schärfe der Jalapeños . Die Zutaten für den Sirup in einem mittelgroßen Topf verrühren und zum Kochen bringen. Ungefähr 5 Minuten bei reduzierter Hitze köcheln lassen, bis die Masse dickflüssiger wird. Dabei am Besten lüften, der Essiggeruch hängt sonst über Stunden im Raum – für Euch getestet 😉

Jetzt wird die Flüssigkeit wieder zum Kochen gebracht. Dann die Chilis hinzugeben, Hitze reduzieren und alles erneut ungefähr 5 Minuten köcheln lassen. Dabei werden die Jalapeños etwas weicher. Währenddessen Gläser und Deckel auskochen und zum füllen vorbereiten. Die gegarten Chilis mit einer Siebkelle aus dem Sirup holen und in die Gläser füllen. Hierfür nutze ich gerne einen Marmeladentrichter, da bleibt der Rand der Gläser schön sauber. Den restlichen Sirup erneut für ungefähr 4 – 6 Minuten sprudelnd kochen, bis er etwas dickflüssiger ist. über die Chilis geben. Mit einem Holzstäbchen mehrfach bis auf den Glasboden pieksen, damit eventuell vorhandene Luftblasen aufsteigen. Bei Bedarf nochmals Sirup nachfüllen, die Gläser sauber wischen und verschließen. Bei Raumtemperatur abkühlen lassen und im Kühlschrank aufbewahren.

So sieht dann meine vegetarische Version der Feuerwurst aus: Halloumi vom Spieß, Krautsalat, Kethup und jede Menge Cowboy Candy in einem Brötchen. Bei so einem leckeren Essen schaffe ich es jedoch immer zu kleckern…. die Klamotten müssen nach einem Abend am Feuer jedoch in der Regel sowieso in die Waschmaschine, also tut das dem Spaß keinen Abbruch. Ein kühles Bier dazu und der Start ins Wochenende ist geglückt.